Zusatzurlaub bei Schwerbehinderung berechnen

Arbeitstage je Woche und den Monat der Feststellung eingeben: Der Rechner nennt Ihren Zusatzurlaub nach § 208 SGB IX für dieses Jahr.

Nachgelesen von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · Methodik

Schwerbehindert im ganzen Jahr?

Zusatzurlaub in diesem Jahr

5 Tage

zusätzlich zum Urlaub aus Vertrag oder Tarif

Anspruch im vollen Jahr5 Tage
Volle Monate mit Schwerbehinderung12
Zusatzurlaub in diesem Jahr5 Tage
Rechenweg Schritt für Schritt
  1. 5 Arbeitstage bei der Fünftagewoche; bei 5 Arbeitstagen in der Woche 5 × 5 ÷ 5 = 5,0 Tage (§ 208 Abs. 1 SGB IX).
  2. Die Schwerbehinderung bestand das ganze Jahr: voller Anspruch.
  3. Wird die Schwerbehinderung rückwirkend festgestellt, richtet sich die Übertragung des Zusatzurlaubs ins nächste Jahr nach den Urlaubsregeln Ihres Arbeitsverhältnisses (§ 208 Abs. 3 SGB IX).

Schätzung nach dem Wortlaut der Versorgungsmedizin-Verordnung und der Gesetze, Stand Oktober 2026, keine ärztliche oder rechtliche Beratung. Den GdB stellt allein die Behörde Ihres Landes fest. So rechnen wir

Schwerbehinderte Beschäftigte mit einem GdB von mindestens 50 haben nach § 208 Absatz 1 SGB IX Anspruch auf einen bezahlten Zusatzurlaub von 5 Arbeitstagen im Jahr, wenn sie an fünf Tagen in der Woche arbeiten. Arbeiten sie an mehr oder weniger Tagen, erhöht oder vermindert er sich entsprechend: bei vier Tagen 4, bei drei Tagen 3, bei sechs Tagen 6. Der Zusatzurlaub kommt zum gesetzlichen, vertraglichen oder tariflichen Urlaub hinzu und ist unabhängig von der Höhe des GdB. Besteht die Schwerbehinderung nicht das ganze Jahr, gibt es nach Absatz 2 für jeden vollen Monat ein Zwölftel; Bruchteile von mindestens einem halben Tag werden aufgerundet. Wer ab März schwerbehindert ist, erhält bei der Fünftagewoche 4,17 Tage, ab Mai 3,33, ab Juli 3. Gleichgestellte Menschen mit GdB 30 oder 40 haben nach § 151 Absatz 3 keinen Anspruch. Wird die Schwerbehinderung rückwirkend festgestellt, richtet sich die Übertragung ins Folgejahr nach den Urlaubsregeln des Arbeitsverhältnisses.

So rechnet der Rechner

Zuerst der Jahresanspruch: 5 Tage mal Ihre Arbeitstage je Woche, geteilt durch fünf. Dann der Anteil, wenn die Schwerbehinderung erst im Laufe des Jahres beginnt: ein Zwölftel je vollem Monat. Zuletzt die Rundung nach § 208 Absatz 2 SGB IX: Ein Bruchteil, der mindestens einen halben Tag ergibt, wird auf einen vollen Tag aufgerundet. Kleinere Bruchteile rundet das Gesetz nicht auf; der Rechner weist sie als Bruchteil aus. Bei GdB unter 50 zeigt er null, auch mit Gleichstellung.

Beispiele nach § 208 SGB IX
FallRechnungZusatzurlaub
Fünftagewoche, ganzes Jahr5 × 5 ÷ 55 Tage
Viertagewoche, ganzes Jahr5 × 4 ÷ 54 Tage
Fünftagewoche, ab März5 × 10 ÷ 124,17 Tage
Fünftagewoche, ab Mai5 × 8 ÷ 123,33 Tage
Fünftagewoche, ab Juli5 × 6 ÷ 12, aufgerundet3 Tage
Viertagewoche, ab Mai4 × 8 ÷ 12, aufgerundet3 Tage

Wer Anspruch hat

Den Zusatzurlaub erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, Auszubildende und andere Beschäftigte, deren GdB mindestens 50 beträgt. Er setzt keinen Ausweis voraus, der Bescheid genügt. Menschen, die bei GdB 30 oder 40 von der Agentur für Arbeit gleichgestellt sind, haben keinen Anspruch: § 151 Absatz 3 SGB IX nimmt § 208 ausdrücklich aus. Der Zusatzurlaub ist bezahlter Urlaub und wird wie der übrige Urlaub vergütet. Für den Arbeitgeber gilt er auch dann, wenn der Arbeitsvertrag mehr Urlaub gewährt als das Gesetz: Er kommt obendrauf.

Was Sie dem Arbeitgeber vorlegen

Damit der Arbeitgeber den Zusatzurlaub gewährt, muss er von der Schwerbehinderung wissen. Legen Sie den Bescheid des Versorgungsamts oder den Ausweis vor. Wann Sie das tun, entscheiden Sie selbst; eine Pflicht zur Mitteilung besteht nicht. Wer den Bescheid erst später vorlegt, verliert den Anspruch für das laufende Jahr nicht, muss den Urlaub aber noch nehmen können. Weitere Rechte im Beruf, etwa den besonderen Kündigungsschutz und die Freistellung von Mehrarbeit nach § 207 SGB IX, finden Sie bei GdB 50.

Was Antragsteller wissen wollen

Ab wann zählt der Zusatzurlaub, wenn der Bescheid später kommt?

Maßgeblich ist der Zeitpunkt, ab dem die Schwerbehinderung festgestellt ist, in der Regel der Tag des Antrags, nicht das Datum des Bescheids. Kommt der Bescheid im Herbst und gilt ab Februar, haben Sie Anspruch für die vollen Monate ab Februar. Für Vorjahre regelt § 208 Abs. 3 SGB IX die Übertragung: Es gelten die Regeln Ihres Arbeitsverhältnisses für den Urlaub.

Wie viel Zusatzurlaub gibt es bei Teilzeit?

Es kommt auf die Zahl der Arbeitstage an, nicht auf die Stunden. Wer an vier Tagen arbeitet, erhält 4 Tage, wer an drei Tagen arbeitet, 3. Wer fünf Tage mit verkürzter Stundenzahl arbeitet, erhält die vollen 5 Tage, jeder Urlaubstag ist dann eben kürzer. Bei wechselnden Arbeitstagen rechnen Sie mit dem Durchschnitt je Woche.

Verfällt der Zusatzurlaub am Jahresende?

Er folgt den Regeln, die für Ihren übrigen Urlaub gelten, also dem Bundesurlaubsgesetz und Ihrem Arbeits- oder Tarifvertrag. Nehmen Sie ihn deshalb im laufenden Jahr oder in dem Übertragungszeitraum, den Ihr Vertrag vorsieht. Beantragen Sie ihn beim Arbeitgeber wie normalen Urlaub und legen Sie den Bescheid oder den Ausweis vor, wenn der Arbeitgeber von der Schwerbehinderung noch nichts weiß.

Bekommen Beschäftigte mit GdB 100 mehr Zusatzurlaub?

Nein. § 208 SGB IX unterscheidet nicht nach der Höhe des GdB: Ab 50 gilt derselbe Anspruch, ob 50, 80 oder 100. Ein Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung kann mehr vorsehen, etwa zusätzliche Tage für höhere GdB; das prüfen Sie in Ihren Unterlagen. Der Rechner bildet nur den gesetzlichen Anspruch ab.

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Herausgeber eines Rechners für den Gesamt-GdB nach der Versorgungsmedizin-Verordnung und der Nachteilsausgleiche je GdB und Merkzeichen

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